Hochschule der Bildenden Künste Saar
„Körperdecke“. Kunst im Stadtraum.
Eine Kooperation der Kunsthalle Tübingen und der Hochschule der Bildenden Künste Saar (HBKsaar)
Vernissage: 10.10.2025, 18 Uhr, Pop-up-Raum der Kunsthalle Tübingen, Marktgasse 3, 72070 Tübingen
Laufzeit: 11.10.2025-08.03.2026
Orte:
• Pop-up-Raum der Kunsthalle Tübingen, Marktgasse 3, 72070 Tübingen
• Hotel Krone, Uhlandstr. 1, 72072 Tübingen
• Schuhgeschäft Kathrin Schuster, Neue Straße 10, 72070 Tübingen
• Albert-Schweizer-Kirche, Beim Herbstenhof 21, 72076 Tübingen
Website: https://kunsthalle-tuebingen.de/pop-up/
Plakat „Körperdecke“, Entwurf: Claudius Rodenbüsch
Pressekontakt
Hochschule der Bildenden Künste Saar
Sarah-Ann Gläser
E-Mail: s.glaeser@hbksaar.de
Tel.: +49 (0) 681 92652-126
Pressemitteilung vom 29.09.2025
Studierende der Hochschule der Bildenden Künste Saar (HBKsaar) zeigen im Rahmen des Projekts „Körperdecke“ vom 11. Oktober 2025 bis zum 8. März 2026 ihre künstlerischen Arbeiten im öffentlichen Raum von Tübingen. Ausgangspunkt ist eine Auseinandersetzung mit dem Werk des kontrovers diskutierten Künstlers Joseph Beuys, dessen Ideen zu Gesellschaft, Material und Kreativität ganze Generationen geprägt haben. Die Eröffnung findet am 10. Oktober um 18 Uhr im Pop-up-Raum der Kunsthalle Tübingen statt.
Das Projekt geht zurück auf eine Lehrveranstaltung von Dr. Nicole Fritz, Direktorin der Kunsthalle Tübingen und Gastprofessorin der HBKsaar im Sommersemester 2025. Mit ihrer Lehrveranstaltung zu Joseph Beuys regte sie intensive Diskussionen und eigene künstlerische Aktivitäten bei den Studierenden an. Anlässlich ihrer großen Ausstellung zu Joseph Beuys in Tübingen („Bewohnte Mythen“, 08.11.2025-08.03.2026) schlug sie vor, dass sich Jüngere mit dessen seinerzeit innovativen und heute für manche kontroversen Themen auseinandersetzen. Eric Lanz stellte in der Kooperation durch das künstlerische Arbeitsthema „Haut“ frühzeitig dafür die Weichen, dass die künstlerischen Arbeiten der HBK-Studierenden nicht in den Bann des weltberühmten Großkünstlers geraten würden – weder als brave Hommage noch als satirische Abgrenzung. Eva Weingärtner begleitete in ihrem folgenden Seminar zur Kooperation jede Idee der Studierenden individuell bis zu deren genauer Ausarbeitung und prägnanter Realisierung.
Das nur scheinbar verblüffende Ergebnis: Gerade weil alle positive oder negative Anschmiegung an Beuys durch das Arbeitsthema „Haut“ vermieden worden war, finden sich in den neu entstandenen Arbeiten der jungen Künstlerinnen wie von selbst zahlreiche Anknüpfungspunkte und Fortentwicklungen der Fragestellungen, die Beuys umtrieben: die oft vernachlässigte, jedoch enge Mensch-Tier-Verwandtschaft, Hüte und Filzanzüge als zweite Haut und Verkleidung, die Verlebendigung von erstarrten (Bürokratie-)Produkten als soziale Plastik, die Endlichkeit und Verletzlichkeit des eigenen Leibes, die Aufwertung ärmlicher Materialien, Humor als Treiber von Erkenntnis und Aufklärung, Material als Potenzial, Kreativität als Kern der menschlichen Existenz. Im Ergebnis lassen sich die Arbeiten der HBKsaar-Studierenden in Tübingen nicht aus dem Schaffen und Wirken von Joseph Beuys herleiten. Sie sind eigenständig, heutig. Allerdings resonieren sie von Ferne mit Fragestellungen von Joseph Beuys, der nicht zuletzt in den 1960er- und 1970er-Jahren in Düsseldorf ein engagierter und sehr anregender Hochschullehrer für eine Reihe später einflussreicher Künstlerinnen war.
Die Skulpturen, Zeichnungen, Foto- und Videoarbeiten sowie Installationen sind im Hotel Krone, im Pop-up-Raum der Kunsthalle Tübingen, im Schuhgeschäft Kathrin Schuster sowie in der Albert-Schweizer-Kirche zu sehen. An dem Projekt beteiligt sind: Leonie Louisa Adam, Saba Borhani, Yeji Cho, Lorena Giesinger, j.Haeusser, Diana Kadochnikova, Sarah Niecke, Boram Park, Melissa Pelk, Lena Reckord, Friedhelm Rettig, Lilli Robert, Janik Schmitz und Heidrun Stern.
Verantwortlich für die Kooperation zeichnen Dr. Nicole Fritz (Kunsthalle Tübingen), Prof. Eric Lanz (HBKsaar) und Prof. Dr. Matthias Winzen (HBKsaar). Ein begleitender Katalog mit Beiträgen der beteiligten Künstler*innen sowie Texten von Nicole Fritz, Anna Nau, Eva Weingärtner und Matthias Winzen erscheint im Verlauf der Ausstellung (Redaktion: Anna Nau, HBKsaar).