Zu sehen ist eine Unterrichtsszene, in der ein Mann in der Mitte des Raumes steht und den vor ihm sitzenden Studierenden etwas erklärt. Zu sehen sind außerdem Bilder und Zeichnungen der menschlichen Anatomie.

Künstlerisches Lehramt muss an Kunsthochschulen verankert sein!

Das künstlerische Lehramtsstudium für die Schulen muss in allen Bundesländern ausnahmslos an den Kunsthochschulen verankert sein. Für die Lehrerinnen und Lehrer stellt das künstlerische Studium die wichtigste Basisqualifikation dar, um die Erfahrungen, Potentiale und Sichtweisen künstlerischen Denkens in die Schule zu tragen. Die Kunsthochschulen sehen sich in der Verantwortung, dem Mangel an Lehrkräften entgegenzuwirken – fordern jedoch gleichzeitig eine Verpflichtung zur hohen Qualität der Lehrenden-Ausbildung, die nur an einer Kunsthochschule geleistet werden kann.

1. Künstlerinnen und Künstler an Schulen
Die Basis für zukünftige Lehrerinnen und Lehrer an den Schulen ist die Entwicklung einer eigenen künstlerischen Position. Nur im Atelierstudium an einer Kunsthochschule kann die grundsätzliche Eigenständigkeit künstlerischen Handelns und Reflektierens in der notwendigen Tiefe erfahren werden. Keine andere Hochschulart als die der Kunsthochschule kann dies leisten. Das Studium an einer Kunsthochschule bringt Persönlichkeiten hervor, die sich von den an Universitäten ausgebildeten Lehrerinnen und Lehrern unterscheiden und die dadurch einen unverzichtbaren Beitrag zu einer multiperspektivischen Bildung an den Schulen leisten.

2. Ideen sind die Ressourcen der Zukunft
Das Künstlerische ist eine relevante Größe in der Gesellschaft und im Bildungssektor. Wir, die Kunsthochschulen in Deutschland, sehen uns in der Verantwortung, diese Potentiale sowohl bei Studierenden als auch bei Schülerinnen und Schülern zu entwickeln. Dabei muss die Politik die Kunsthochschulen in die Lage versetzen, dieser Verantwortung gerecht zu werden. Ein von einer Künstlerin oder einem Künstler geführter Unterricht eröffnet Denkräume, die Lösungen für Themen der Zukunft reflektieren. Sie hinterfragen vermeintlich Selbstverständliches und ihr Innovationspotential stellt eine große Ressource dar – auch durch unangepasste und utopische Ideen. Eine Marginalisierung der künstlerischen Fächer an den Schulen ist vor diesem Hintergrund zukunftsfeindlich.

„Ein von einer Künstlerin oder einem Künstler geführter Unterricht eröffnet Denkräume, die Lösungen für Themen der Zukunft reflektieren.“

3. Kunst als Großfach / Doppelfach
Um das Niveau der künstlerischen Ausbildung unverändert hoch zu halten, fordert die RKK das Großfach bzw. Doppelfach Kunst. Es ermöglicht den Lehramtsstudierenden, ihr Studium fokussiert an den Kunsthochschulen zu absolvieren und sich als ausgereifte Künstlerpersönlichkeiten den Herausforderungen der Lehre zu stellen. Wir empfehlen mit Nachdruck, dass die Möglichkeit Kunst als Großfach/Doppelfach zu studieren geschaffen wird oder erhalten bleibt.

Dr. Arne Zerbst,
Sprecher der RKK

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